Ökotrophologie Studium an der CAU in Kiel – Erfahrungen und Inhalte

von Kaja Kowalski
Ökotrophologie Studium

Du interessierst dich für ein Ökotrophologie Studium an der CAU in Kiel oder findest es einfach allgemein spannend, welche Bereiche alle mit Ernährung in Verbindung gebracht werden können? Dann bist du hier genau richtig!

Ich habe mich schon immer für das Thema Ernährung interessiert und nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau schnell gemerkt, dass mich diese nicht erfüllt hat. Stattdessen wollte ich mehr über Ernährung lernen. Am besten alles, was es darüber zu wissen gab. Also entschied ich mich dazu, Ökotrophologie zu studieren.

Der Studiengang Ökotrophologie verbindet Ernährungs-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften und wird an bestimmten Hochschulen und Universitäten in Deutschland angeboten.

Ich habe das Ökotrophologie Studium an der CAU in Kiel 2019 mit dem Bachelor of Science abgeschlossen. Auch wenn dies mittlerweile schon wieder ein paar Jahre her ist, wollte ich doch schon lange meine Erfahrungen zum Ökotrophologie Studium an der CAU hier mit dir teilen. Ich berichte über die Studieninhalte und Module, über den Schwierigkeitsgrad des Studiums und Eigenschaften, die man dafür mitbringen sollte und über allgemeine Fakten. Es wird auf jeden Fall spannend und auch für mich eine Art Review und sicherlich auch emotionaler Rückblick meiner Studienzeit. Viel Spaß beim Lesen!

Wo kann man in Deutschland Ökotrophologie studieren?

In Deutschland kann man Ökotrophologie an folgenden Hochschulen und Universitäten studieren:

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) – Abschluss: Bachelor of Science
(Ein Master in Ökotrophologie ist hier zwar nicht möglich, dafür gibt es dort aber den Master-Studiengang Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften).

Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) – Abschluss: Bachelor und Master of Science

Hochschule Osnabrück – Abschluss: Bachelor of Science

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) – Abschluss: Bachelor of Science

Hochschule Anhalt, Campus Bernburg – Abschluss: Bachelor und Master of Science

Ich habe mich für ein Ökotrophologie Studium an der CAU in Kiel entschieden, weil diese ortstechnisch nah an meiner Heimatsstadt Lübeck ist und ich meine Familie und meinen Freund damals, der heute mein Mann ist, an den Wochenenden besuchen konnte.

Gewohnt habe ich in der Zeit in einer WG in Kiel. Außerdem hat mir der weitläufige Campus in Kiel und die Wasserlage an der Kieler Förde sehr gut gefallen. Ich habe das Studium damals mit dem Bachelor of Science beendet. Leider bin ich im Laufe des Studiums an ME/CFS erkrankt, weshalb ich danach aufhörte zu studieren. Ansonsten hätte ich aber, genau wie meine gute Freundin, die ich im Studium kennen gelernt habe und mit der ich gemeinsam die Vorlesungen und Klausuren besucht und nebenbei immer Spaß hatte, ebenfalls noch den Masterstudiengang Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften angehangen.

Ökotrophologie Studium an der CAU - Bachelor Absolventin Kaja Kowalski, damals: Kaja Neumann
Ökotrophologie Studium an der CAU – Bachelor Absolventin Kaja Kowalski, damals: Kaja Neumann

Ökotrophologie Studium an der CAU (Christian-Albrechts-Universität) in Kiel – Inhalte und Module

Wie gesagt habe ich an der Universität in Kiel Ökotrophologie studiert und meine Berichtserstattung und Wiedergabe der Studieninhalte bezieht sich somit auch speziell auf diese Uni. Die Module und Bezeichnungen variieren natürlich von Uni zu Uni und Hochschule, sollten aber doch überall ähnlich sein und sich immer wieder überschneiden. Im Folgenden möchte ich dir einen kleinen Überblick über die Module und Inhalte des Studiengangs Ökotrophologie geben und dir die Chance geben, somit etwas virtuell in den Studiengang hineinzuschnuppern.

Ökotrophologie Studium an der CAU – Aufbau des Studiums

Das Studium beginnt immer zum Wintersemester und besteht aus sechs Fachsemestern. Die ersten drei Semester bestehen aus Propädeutika und Grundlagenmodulen, in denen natur- und wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen, Grundlagen der Ernährungs- und Lebens­mittel­wissenschaften und der Ernährungs- und Gesundheitsökonomie erworben werden. Jedes Modul wird mit einer Klausur oder mündlichen Prüfung abgeschlossen. Bei mir waren es immer Klausuren, ich glaube, das ist auch die Regel.

Nach den ersten drei Semestern, also nach der Hälfte des Studiums, muss man sich für eine der folgenden Fachrichtungen entscheiden: Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften oder Ernährungs- und Gesundheitsökonomie. In der jeweiligen Fachrichtung belegt man die entsprechenden Pflichtmodule, aber auch sogenannte Wahlpflichtmodule, bei denen man auch Module der jeweils anderen Fachrichtung besuchen kann bzw. muss und auch fachübergreifende Wahlpflichtmodule. Man bekommt also, wenn man sich, so wie ich, für die wissenschaftliche Fachrichtung entscheidet, trotzdem noch die Möglichkeit, in die andere Fachrichtung, hier Ernährungs- und Gesundheitsökonomie, reinzuschnuppern und muss auch dort seine Prüfungen ablegen. Außerdem absolviert man zum Ende des Studiums hin noch ein dreimonatiges Praktikum.

Weitere Infos zum Studienaufbau findest du direkt auf der Website von der Uni Kiel.

Braucht man für das Ökotrophologie-Studium Vorkenntnisse?

Welche Kenntnisse sollte man für das Studium mitbringen? Gerade in den sogenannten Propädeutika wie Chemie und Physik ist es sicherlich von Vorteil, wenn schon Grundkenntnisse vorhanden sind. Wenn dies aber nicht der Fall sein sollte, so wie bei mir, kriegt man es mit Fleiß und viel Arbeit auch so hin und es gibt auch vor dem Studium noch eine kurze Einführungsveranstaltung in Chemie, sodass man sich damit auch schon etwas vertraut machen kann. Ansonsten findet man sich in die Module jeweils schon ein und lernt dort alles, was es darüber zu wissen gibt. Da kann man sich, finde ich, nicht sonderlich drauf vorbereiten, das wäre auch zu kompliziert. Das sollte man einfach auf sich zukommen lassen und wenn es dann soweit ist, richtig Gas geben und immer direkt die Vorlesungen nacharbeiten, um dranzubleiben und alles zu verstehen.

Ökotrophologie Studium an der CAU Studienverlaufsplan und Pflichtmodule

Worum es in den einzelnen Modulen geht und was man dort an Wissen vermittelt bekommt, erzähle ich dir ein paar Absätze darunter.

Semester 1: Einführung in die Statistik und Informationsverarbeitung, Anatomie und Physiologie des Menschen, Biologie der Pflanzen, Einführung in die Volkswirtschaftslehre, Chemie für Studierende der Agrarwissenschaften und Ökotrophologie

Semester 2: Physik, Grundlagen der Stoffwechselphysiologie, Grundlagen der Lebensmitteltechnologie, Grundlagen der Konsumökonomie, Investitions- & Kostenrechnung, Grundlagen der Erzeugung von Nahrungsmitteln

Semester 3: Grundlagen der Regulation des Stoffwechsels, Grundlagen der BWL & Preistheorie, Grundlagen der Mikrobiologie und Hygiene, Grundlagen der Lebensmittellehre, Grundlagen der Mikro- und Makronährstoffe in der Ernährung

Semester 4: Warenkunde Lebensmittel pflanzlicher und tierischer Herkunft, Einführung in die Ernährungsmedizin, Einführung in die molekulare Ernährung, Wahlpflichtmodul aus der Fachrichtung, die man nicht gewählt hat und fachrichtungsübergreifendes Wahlpflichtmodul

Semester 5: Sport und Ernährung, Lebensmittelhygiene und -sicherheit, Biotechnologie, Wahlpflichtmodul aus der Fachrichtung, die man nicht gewählt hat und fachrichtungsübergreifendes Wahlpflichtmodul

Semester 6: fachrichtungsübergreifendes Wahlpflichtmodul, Fachpraktikum, Bachelorarbeit

Ökotrophologie Studium an der CAU - Ordner
Ökotrophologie Studium an der CAU – Ordner

Was lernt man im Ökotrophologie Studium an der CAU und worum geht es in den Modulen?

Inhalte der ersten drei Semester

Die Propädeutika in den ersten Semestern waren tatsächlich alles andere als einfach und man muss sich da einfach hinsetzen und lernen :-D. Dort hat sich dann manchmal schon herauskristallisiert, wer das Studium weiter fortführte und wer nicht. In Anatomie und Physiologie des Menschen hat man fast wie in Medizin alles über den menschlichen Körper mit Aufbau und Funktion gelernt (klar, Medizin ist natürlich noch viel intensiver, da geht es ja auch nur darum und hier ist es nur ein Semester, aber dafür ging es trotzdem krass in die Tiefe). Es wurde thematisch der ganze Körper behandelt, vom Bewegungsapparat mit Knochen, Gelenken und Muskeln, Atemwege, Hormonsystem, Immunsystem, Nervensystem, Verdauung, Blut, Fortpflanzung, Niere, Sinnesorgane und Haut.

Es war super interessant und spannend aber auch sehr lernintensiv und meine Lernzettel wurden schnell zu Lernbüchern, aber beim Quizduell Körper und Geist gewinne ich seitdem immer :-D.

Chemie und Physik sind wahrscheinlich selbsterklärend. Da muss man sich einfach durchbeißen. Für mich war das echt mit das Schwerste am Ökotrophologie-Studium, weil ich keine Vorkenntnisse hatte und mich das auch einfach nicht so interessiert hat, aber mit der Zeit lernt man dann doch, warum man diese Module am Anfang des Studiums in den Propädeutika hat, weil nämlich sehr vieles im Anschluss darauf aufbaut. Ernährung und Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette, Proteine usw. basieren auf Chemie und chemischen Formeln. Da hilft es schon, wenn man die Formeln und Strukturen lesen und erkennen kann und auch den Hintergrund versteht! Im Modul Biologie der Pflanzen hat man alles über Pflanzen, Gemüse usw. gelernt und sich fast schon gefühlt, als würde man eine Gärtnerausbildung vollziehen 😀 – quasi das Gegenstück zu Anatomie, nur dass es hier eben um Pflanzen ging, statt um den Menschen.

Folgendes Buch wurde uns im Studium für das Modul Anatomie & Physiologie des Menschen empfohlen und ich habe es auch wirklich intensiv genutzt. Es ist auch super interessant, um nur aus Interesse drin zu lesen.

Der Körper des Menschen
  • Faller, Adolf (Autor)


Ökotrophologie Studium an der CAU - Lernzettel Anatomie
Ökotrophologie Studium an der CAU – Lernzettel Anatomie

In Statistik beschäftigt man sich viel mit statistischen Tests und Analysen.

Ich hatte auf jeden Fall Respekt davor, weil ich dachte, das Thema läge mir nicht so, aber der Professor hat das wirklich super Schritt für Schritt erklärt und mit der Zeit ist mir das Ganze doch sehr klar geworden und die Klausur war gut zu schaffen.

Das Modul umfasst dann ja auch noch die Informationsverarbeitung, wo es um den Aufbau und die Leistungsmerkmale von Computern und Netzwerken, Software und Programmierung und allgemein IT-technisches Wissen ging. Das war aber insgesamt weniger anspruchsvoll als Statistik, zumindest meiner Meinung nach.

In Grundlagen der Konsumökonomie, Investitions- & Kostenrechnung wird man mit ökonomischen Ansätzen zur Erklärung und Analyse von Haushaltsentscheidungen vertraut, lernt, Konsumentscheidungen mittels mikroökonomischer Ansätze zu analysieren usw.. Es ist alles sehr wirtschaftlich, aber auch hier war ich durch mein Wirtschaftsabi und auch meine Ausbildung zur Industriekauffrau schon mit den Themen vertraut.

Das Modul Einführung in die Volkswirtschaftslehre (VWL) musste ich nicht belegen, weil ich zuvor mein Abitur auf einer Wirtschaftsschule und eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert habe und dort schon alles darüber gelernt hatte. Sollte das der Fall sein, kann man sich mit entsprechenden Nachweisen Module auch anrechnen lassen. Das war auf jeden Fall eine Erleichterung. Allgemein lernt man dort etwas über die Wechselwirkungen, die sich aus den wirtschaftlichen Beziehungen von Unternehmen, privaten Haushalten und dem Staat ergeben und versteht generell eine Menge ökonomische Zusammenhänge.

Das Gegenstück zur VWL ist die BWL. In Grundlagen der BWL & Preistheorie geht es um die Mikroökonomie und Betriebswirtschaft. Man lernt das Unternehmerverhalten in der Ernährungswirtschaft und betriebliche Entscheidungen kennen. Außerdem geht es um Marktformen, Markteingriffe und die Auswirkungen für Konsumenten, Produzenten und den Staat.

In LMT (Abkürzung für Lebensmitteltechnologie und -verfahrenstechnik) geht es um die Verarbeitung von Lebensmitteln mithilfe von mechanischen und thermischen Verfahren und es herrscht ein enger Bezug zur Produkttechnologie mit Beispielen aus der Fleisch – und Backwarenherstellung, Müllerei usw.. Zum Beispiel lernt man dort, wie ein Kühlschrank funktioniert, wie Lebensmittel haltbar gemacht und getrocknet werden, wie ein Induktionsherd und die Mikrowelle funktioniert, wie man Getränke klären und stabilisieren kann mithilfe von Filtrationsverfahren usw.

In Grundlagen der Stoffwechselphysiologie geht es lerntechnisch auf jeden Fall ordentlich zur Sache. Man lernt dort alles über die biochemischen und physiologischen Grundlagen des Stoffwechsels, was definitiv sehr umfassend und komplex ist. Man arbeitet sehr viel mit chemischen Formeln und folgende Themen werden behandelt: Wasser als Biosolvens, Kohlenhydrate, Lipide, Nukleotide und Polynukleotide; Aminosäuren und Proteine; Säure- und Basen-Haushalt; Enzyme und Coenzyme; Stoffwechsel und Funktion der Nukleinsäuren; Bioenergetik; Citratcyclus; Kohlenhydratstoff¬wechsel; Fettstoffwechsel; Stoffwechsel der Aminosäuren; Stoffwechsel der Purine und Pyrimidine

Daneben gibt es ein Semester später auch noch das Modul Grundlagen der Regulation des Stoffwechsels. Hier geht es um endokrine Regulationsmechanismen und die Funktionen von Vitaminen und Mineralstoffen im Stoffwechsel sowie die
Nährstoffverdauung und gastrointestinale Funktionen. Auch dieses Modul ist sehr komplex und nicht ganz einfach zu verstehen, da sehr viel Chemie drin steckt und jede Menge Formeln gelernt werden müssen.

Das Modul Grundlagen der Erzeugung von Nahrungsmitteln war aufgeteilt in die Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln. Ich denke, so viel mehr gibt es hier auch gar nicht zu sagen.

In Grundlagen der Mikrobiologie und Hygiene lernt alles über über Aufbau und Vermehrung von Mikroorganismen in Lebensmitteln, mikrobiologische Kriterien in Lebensmitteln, Einsatz von Mikroorganismen in der Lebensmittelproduktion, lebensmittelübertragende Infektionen usw.. Außerdem beschäftigt man sich mit den Grundlagen der Lebensmittelhygiene, dem HACCP-Konzept usw.

LML (Abkürzung für Grundlagen der Lebensmittellehre) beinhaltet alles zum Aufbau, Struktur, Vorkommen und Funktion von Fetten (Fettsäuren, Fettkennzahlen, Raffination, Margarineherstellung usw.), Kohlenhydraten (Mono- Oligo- und Polysaccharide, Zucker und Honig, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe usw.), Proteinen (Aminosäuren, Aufbau von Peptiden und Proteinen, Proteinbewertung, Maillardreaktion, Biogene Amine usw.), Ballaststoffen (Definition, Struktur und Vorkommen in der Pflanze, Physiologische Wirkung usw.), Mineralstoffen, Spurenelementen, Schwermetallen (Einteilung Mengen- und Spurenelemente, Bioverfügbarkeit, Bedarfsdeckung, Antinutritiva usw.), Vitaminen (Definition, Vitaminverluste durch Zubereitung, Vitaminversorgung, Antivitamine usw.), Zusatzstoffen, Sekundären Pflanzenstoffen (Arten, Vorkommen, Aufbau, Einteilung, Wirkung), Antioxidantien, Mykotoxinen und Salz. Das ist definitiv ein Modul, was man sich vorstellt und wünscht, wenn man Ökotrophologie studiert, weil es hier ganz klar um Lebensmittel geht :-D. Die Vorlesungsunterlagen konnten wir hier in Form eines Buches erwerben, sehr praktisch und auch heute gucke ich da noch gerne rein.

Das Modul Grundlagen der Mikro- und Makronährstoffe in der Ernährung fand ich richtig interessant. Auch hier sagt es der Name ja schon, worum es geht und das ist schließlich auch etwas, was einen bei der Wahl des Studiums generell interessiert, zumindest war das bei mir so. Man lernt alles über Mikro- und Makronährstoffe, warum sie so wichtig sind, welche es gibt, welche Aufgaben sie im Körper und Stoffwechsel erfüllen, wie sich Mängel bemerkbar machen usw.

Inhalte der letzten drei Semester

Warenkunde Lebensmittel pflanzlicher und tierischer Herkunft hat mir auch richtig gut gefallen. Die Vorlesungen waren immer wieder interessant und auch interaktiv. Man hat alles über verschiedene Lebensmittelgruppen wie Getreide, Milch, Eier, Fleisch, Fisch, Gemüse, Salz, Kaffee, Tee, Bier usw. gelernt und konnte in bestimmten Vorlesungen sogar einiges verkosten, z.B. verschiedene Biersorten (war jetzt nicht so ganz meins aber trotzdem lustig anzusehen).

Für mich war das eins der Module, das am ehesten am dem dran war, was man sich unter dem Ökotrophologie Studium vorgestellt hat.

Die Einführung in die Ernährungsmedizin war auch sehr interessant. Hier geht es vor allem um ernährungsabhängige Erkrankungen wie Diabetes, Zöliakie, Herz-Kreislauferkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas usw. Gerade, wenn man vorhat, nach dem Studium Menschen mit ernährungsabhängigen Erkrankungen zu beraten und zu behandeln, ist dies ein sehr wichtiges Modul.

Unter Einführung in die molekulare Ernährung konnte ich mir zuerst gar nichts vorstellen. Hier geht es um die Geometrie der Ernährung und Stoffwechselprozesse auf genetischer Ebene. Man wird hier zum ersten Mal ans wissenschaftliche Arbeiten herangeführt, was bald für die Erstellung der Bachelorarbeit unerlässlich ist.

Sport und Ernährung ist mit Sicherheit auch ein Modul, was viele interessiert, die sich für das Studium entscheiden. Es ist aber tatsächlich nicht so einfach, wie es der Titel vermuten lässt und geht viel um Trainingspläne und -optimierung, Energie und Stoffwechsel beim Sport, Ernährung und Nährstoffbedarf für Ausdauer- und Kraftsportler usw.. Auch hier wird wie schon im Modul molekulare Ernährung viel wissenschaftlich gearbeitet, was im Hinblick auf die Bachelorarbeit sehr wichtig ist.

Aufbauend auf das Modul Grundlagen der Mikrobiologie und Hygiene folgt dann später noch das Modul Lebensmittelhygiene und -sicherheit. Hier wird das Wissen zum mikrobiellen Verderb von Lebensmitteln vertieft. Weiterhin geht es um Grundzüge des Lebensmittelrechts, was auch sehr interessant war.

Biotechnologie baut wieder etwas auf das Modul LMT (Lebensmitteltechnologie) auf. Hier geht es aber etwas mehr ins chemische rein z.B. wie man Lebensmittel mittels biotechnologischer Verfahren herstellt und haltbar macht (Fermentation, Bier, Sauergemüse, Soja, Milch). Außerdem lernt man Grundlagen der Gentechnologie und der Herstellung von Lebensmitteladditiven (Enzyme, Vitamine usw.).

Im letzten Semester ist dann noch ein Fachpraktikum eingeplant, das man in einem Betrieb seiner Wahl durchführen kann und wo man näher an die Praxis und an einen potenziellen Beruf nach dem Studium herangeführt wird. Man könnte dies z.B. in einem Lebensmittelbetrieb in der Qualitätssicherung o.A. durchführen, in der Verbraucherzentrale oder in der Ernährungsberatung.

Zum Abschluss des Studiums schreibt man eine Bachelorarbeit zu einem Thema, das man sich selbst ausgesucht hat und sucht sich zur groben Betreuung (Themenbesprechung und Korrektur) eine/n Dozenten/ Dozentin oder Professor/in aus. Das ist abhängig davon, für welches Thema man sich entscheidet und welche Fakultät sich diesem am besten zuordnen lässt.

Weitere Infos auch zu den Wahlpflichtmodulen, findest du hier.

Zukunftsaussichten und Berufe mit Ökotrophologie

Eine der ersten Fragen, als ich meinem Umfeld erzählt hatte, dass ich Ökotrophologie studieren wollte, war fast immer: Welchen Beruf kannst du denn danach ausüben, in welchem Bereich arbeiten denn Ökotrophologen?

Eine wichtige Frage, mit der ich mich natürlich auch selbst schon früh auseinander gesetzt hatte, wobei ich wusste, dass es vielleicht nicht so einfach werden würde, damit in der Berufswelt Fuß zu fassen, wie mit einem BWL-Studienabschluss, aber ich wollte es trotzdem unbedingt studieren. Wenn auch du diese Fragen hast, lass dir gesagt sein, dass es immer gut ist, auf sein Herz zu hören und wenn man für eine Sache brennt, wird man damit später auch erfolgreich sein. Durch meine Erkrankung ME/CFS ist es mir seit Abschluss des Studiums leider nicht möglich Voll- oder Teilzeit zu arbeiten. Dafür habe ich aber meinen Foodblog in dieser Zeit ins Leben gerufen und dieser ist seitdem auch das, was mich erfüllt und wo ich zumindest etwas von meinem Wissen und meiner Leidenschaft weitergeben kann. Mittlerweile bin ich damit auch schon einige Jahre selbstständig und es ist nicht mehr nur ein Hobby. Mehr Foodblogger-Tipps und welches Equipment man als Foodblogger braucht, findest du ebenfalls auf meinem Blog. Ansonsten ist eine gute Freundin, mit der ich damals studiert habe, heute in einem großen Betrieb in der Qualitätssicherung tätig.

Qualitätsmanagement und -sicherung ist generell auch ein Bereich, wo sehr viele Ökotrophologen arbeiten. Weitere Einsatzgebiete für Ökotrophologen finden sich in der Produktentwicklung, in der Forschung, Marketing & Vertrieb, in der Ernährungsberatung oder auch im Bereich des Journalismus.

Generell kann man als Ökotrophologe dort arbeiten, wo es um Ernährung, Lebensmittel und Gesundheit geht und das betrifft ja sogar noch weit mehr Bereiche, als jene, die ich hier aufgezählt habe.

Deine Kaja

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