Reissirup versus Agavendicksaft. Was ist besser zum Süßen?

von Kaja Kowalski
Reissirup versus Agavendicksaft: Zuckeralternativen im Vergleich

Der klassische Haushaltszucker (Saccharose), auch raffinierter Zucker oder Industriezucker genannt, wird aus Zuckerrüben gewonnen, die mehrfach raffiniert werden, sodass am Ende der weiße Haushaltszucker dabei herauskommt. Durch die Verarbeitung werden dem Zucker alle Nährstoffe entzogen, sodass am Ende nur noch die Kalorien übrig bleiben. Hierbei handelt es sich um „leere Kalorien“, weil sie ohne Nährstoffe nichts für unseren Körper tun. Heutzutage gibt es aber schon jede Menge alternative Süßungsmittel, über die allesamt viel diskutiert wird und die generell als gesünder als der raffinierte Zucker gelten. Ob da was dran ist, diskutiere ich in diesem Beitrag am Beispiel der Alternativen Agavendicksaft und  Reissirup. Wie gesund sind die sogenannten Zuckeralternativen wirklich? Und welche Unterschiede gibt es speziell zwischen diesen beiden Alternativen? Reissirup versus Agavendicksaft: Was ist besser zum Süßen? Möchte ich überhaupt eine dieser beiden Alternativen zum Süßen verwenden? Ich hoffe, dass du diese Fragen für dich nach den folgenden Punkten (besser) beantworten kannst. 

Herstellungsverfahren Reissirup versus Agavendicksaft

Agavendicksaft stammt von den mexikanischen Agavenpflanzen. Der Saft dieser Agaven wird abgezapft und zu Sirup eingekocht. Die Farbe variiert von heller zu dunkler. Je dunkler desto stärker schmeckt man das Karamellaroma heraus.

Reissirup wird, wie es der Name schon sagt, aus Reis gewonnen. Der Reis wird gemahlen und mit Wasser und Enzymen versetzt. Die Enzyme haben die Aufgabe, den gemahlenen Reis noch weiter aufzuspalten und zu zersetzen. Die Masse wird erwärmt und die Stärke der Getreidereiskörner in Zuckerstoffe aufgespalten. Diesen Vorgang nennt man auch Fermentierung. Danach wird die Flüssigkeit gefiltert und zu Sirup eingekocht.

Auch wenn die Bezeichnung Industriezucker heutzutage umgangssprachlich fast nur noch für den Haushaltszucker (Saccharose) verwendet wird, sollte diese streng genommen noch weiter gefasst werden. Denn nicht nur unser Haushaltszucker ist ein Industriezucker, auch die meisten alternativen Süßungsmittel gehören zu den Industriezuckerarten. Schließlich werden, wie in unserem Beispiel, auch Agavendicksaft und Reissirup industriell hergestellt. Bei beiden handelt es sich um ein verarbeitetes Lebensmittel, das aber dennoch um einiges mehr gesunde Inhaltsstoffe und Nährwerte enthält, als der raffinierte weiße Haushaltszucker. Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit dem Apfeldicksaft bzw. Apfelsüße als alternatives Süßungsmittel. Darüber habe ich auch schon einen ganzen Artikel verfasst, den du dir hier durchlesen kannst.

Inhaltsstoffe und Geschmack Reissirup versus Agavendicksaft

Agavendicksaft enthält sehr viel Fructose und viele Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Durch die Fructose schmeckt diese Zuckeralternative sehr süß und etwas nach Karamell. Der hohe Fructoseanteil sollte hier definitiv nicht außer Acht gelassen werden. In der Zusammenfassung gehe ich nochmal gesondert auf die Vor- und Nachteile ein. Hier erfährst du, warum Agavendicksaft (Spoiler!) trotz eines niedrigen GI auch schädlich sein kann.

Reissirup enthält dagegen weniger Fructose, dafür mehr Glucose. Auch er enthält wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Eisen. Da er weniger Fructose enthält schmeckt er auch weniger süß. Dazu ist der Geschmack etwas nussig und malzig.

Glykämischer Index (GI) Reissirup versus Agavendicksaft

Agavendicksaft hat durch seinen hohen Fructoseanteil einen sehr niedrigen GI von 15, was gut für den Blutzuckerspiegel ist.

Reissirup weist dagegen mit einem GI von fast 100 einen sehr hohen Wert auf. Der Blutzuckerspiegel steigt hier nach der Aufnahme sehr stark an.

Zur Orientierung: Der normale Haushaltszucker besteht aus Glucose (GI= 100) und Fructose (GI=25). Durch eine Kombination dieser beiden Sorten besitzt er einen GI von 65.

Ein GI von kleiner als 50 gilt als erstrebenswert und besonders niedrig. Dies ist wichtig, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Heißungerattacken vorzubeugen.

Diese Produkte verwende ich am liebsten

Beim Reissirup greife ich am liebsten zum Produkt von Reishunger. Wer sich auf den Verkauf von Reissorten spezialisiert hat, hat sicherlich auch guten Reissirup im Sortiment. Geschmack und Konsistenz haben mich überzeugt! Beim Agavendicksaft variiere ich gerne zwischen verschiedenen Marken. Diese hier ist eine meiner Lieblingsmarken. Das Schöne daran, wenn du dich entscheidest, die Produkte online zu bestellen, ist, dass du die Möglichkeit hast, gleich Sets mit mehreren Produkten zu erwerben und dadurch Geld zu sparen. Ich mache das gerne so und stocke mein Vorratslager damit etwas auf :-). Wichtig zu sagen ist mir aber noch, dass ich diese Produkte selber nur bewusst und in Maßen, nicht in Massen, verzehre. Ich weiß durchaus um die Nachteile beider Produkte Bescheid (werde ich im nächsten Punkt nochmal zusammengefasst aufgreifen) und nutze beide daher auch nur begrenzt. Trotzdem haben mich Geschmack und Konsistenz vom Agavendicksaft und Reissirup überzeugt und ich habe für beide gute Einsatzmöglichkeiten gefunden. Trotzdem gilt: Mache dir am besten dein eigenes Bild über die Inhaltsstoffe, Vor-und Nachteile, Geschmack etc. und entscheide dann für dich, ob du diese Produkte nutzen möchtest oder nicht. 

Reishunger Bio Reissirup, 1er Pack (350 g) alternatives Süßungsmittel - erhältlich als 1er, 3er und 6er Pack
19 Bewertungen
Reishunger Bio Reissirup, 1er Pack (350 g) alternatives Süßungsmittel - erhältlich als 1er, 3er und 6er Pack
  • ✔ BESTE BIO QUALITÄT - Der Reishunger Reissirup wird ausschließlich aus biologisch angebautem Reis produziert
  • ✔ 100 % NATÜRLICHE SÜßE - Bei der Herstellung verzichten wir auf jegliche künstlichen Zusätze und verwenden nur natürliche Zutaten
  • ✔ FÜR DIABETIKER GEEIGNET & VEGAN - Unser Reissirup verfügt über 21% langkettige Mehrfachzuckern, ist glutenfrei, reich an Mineralstoffen und frei von Fruchtzucker, was ihn zur perfekten veganen Alternative zu Honig macht
  • ✔ HERRLICH SÜßE KARAMELLNOTE - Auch geschmacklich macht der Sirup einiges her: Er ist nicht ganz so süß wie Honig oder Würfelzucker aber überzeugt durch einen leicht karamelligen Eigengeschmack
  • ✔ VIELFÄLTIG EINSETZBAR - Ob zum Kochen, Backen oder Süßen: Der Sirup ist das ideale Süßungsmittel und du kannst endlich ohne schlechtes Gewissen naschen

(* = Affiliatelinks/Werbelinks)

Alnatura Bio Agavendicksaft, vegan, 6er Pack (6 x 250 ml)
69 Bewertungen
Alnatura Bio Agavendicksaft, vegan, 6er Pack (6 x 250 ml)
  • Alnatura Agavendicksaft 250ml Spenderflasche
  • Alnatura
  • Bio-Artikel

(* = Affiliatelinks/Werbelinks)

Zusammenfassung Agavendicksaft

Vorteile vom Agavendicksaft

Agavendicksaft eignet sich sehr gut zum Süßen von Getränken, weil er eine flüssige Konsistenz hat, die sich gut auflöst. Er ist ein veganes Naturprodukt und sehr süß. Durch seine hohe Süßkraft braucht man weniger davon als vom raffinierten Haushaltszucker. Durch seinen besonders niedrigen GI steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr weniger stark an.

Nachteile vom Agavendicksaft

Agavendicksaft ist durch seinen hohen Fructosegehalt für Menschen problematisch, die Fructose nicht vertragen. Außerdem kann Fructose die Entstehung des metabolischen Syndroms (Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2) fördern. Im Gegensatz zur Glucose, die von allen unseren Zellen verstoffwechselt werden kann, kann die Fructose nur von der Leber verstoffwechselt werden. Mit der Zeit überfordert dies die Leber. Um das Verhältnis nochmal zu verdeutlichen: Fructose enthält ca. 80 % mehr Fructose als unser normaler Haushaltszucker. Wie bei den meisten Dingen im Leben gilt dies allerdings auch erst ab einer gewissen Verzehrmenge von Fructose. Zu viel aufgenommene Fructose kann ab einem bestimmten Punkt nicht mehr in Glucose umgewandelt werden. In Folge dessen wird die Fructose dann in der Leber zu Fettsäuren verstoffwechselt und begünstigt das metabolische Syndrom. Das gleiche Problem mit dem hohen Fructoseanteil haben wir auch bei der Apfelsüße bzw. Apfeldicksaft als alternatives Süßungsmittel. 

Agavendicksaft ist zum Backen eher ungeeignet. Der hohe Fructoseanteil führt dazu, dass Teige nicht so fest werden, wie jene, die mit normalen Haushaltszucker gesüßt werden und der Teig wird schneller und intensiver braun.

Zusammenfassung Reissirup

Vorteile vom Reissirup

Reissirup enthält im Gegensatz zum Agavendicksaft gar keine Fructose und eignet sich daher besser für Menschen mit einer Fructoseunverträglichkeit.

Reissirup eignet sich sowohl zum Süßen von Getränken als auch von Backwaren.

Nachteile vom Reissirup

Reissirup ist weniger süß als Agavendicksaft, da er zum einen keine Fructose und zum anderen mehr Wasser enthält. Dadurch wird davon schnell zu viel genommen, was natürlich dann auch eine erhöhte Kalorienzufuhr zur Folge hat. Zum Vergleich: Die Süßkraft von Reissirup ist etwa nur halb so hoch wie die des Haushaltszuckers.

Einige Produkte im Laden sind noch zusätzlich mit Zucker angereichert. Darum unbedingt beim Kauf darauf achten, dass dies nicht der Fall ist.

Reissirup hat mit fast 100 einen sehr hohen GI und damit eine sehr starke Wirkung auf den Blutzuckerspiegel.

0 Kommentar(e)

Related Posts

Schreib mir etwas!

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Okay Zeig mir mehr